Ürzig Früher

Chronik "Geschichte des reichsfreien Dorfes Ürzig" von Prof. Dr. Erwin Schaaf

Prof. Dr. Erwin Schaaf hat mit wissenschaftlicher Akribie Licht in die Ürziger Geschichte gebracht.

Seit vielen Jahren erforscht er in Archiven die überlieferten schriftlichen Dokumente der vormals reichsfreien Gemeinde Ürzig.

In dem Werk wird das Werden und die Entwicklung Ürzigs von der keltischen Zeit bis zur einschneidenden Zeitenwende um das Jahr 1800 geschildert.

Viele Jahre konnte sich Ürzig als reichsfreies Dorf eigenständig ver-walten mit eigener Gerichtsbarkeit. Die Ürziger Bürger waren - in heutiger Sprache - Demokraten mit starkem Selbstbewusstsein. Diese Einstellung prägte den Verlauf der Dorfgeschichte.

Das besondere geschichtliche Werk umfasst ca. 250 Seiten mit vielen fotographischen und zeichnerischen Darstellungen in hochwertigem Buchformat. Zusätzlich ist ein Plan mit den ganz alten Weinbergslagen eingelegt

 

Einband Chronik  Deckblatt Chronik

Unter hoher Beteiligung der Bevölkerung wurde die Buchvorstellung bereits zu einem großen Erfolg.

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Eingebettet, wie die Perle einer Muschel, liegt der Ort Ürzig.
Umrahmt von mächtigen Schieferfelsen, an deren Hängen die goldenen Trauben reifen. Ürziger Würzgarten, ein Name von Weltruf, der das Herz eines jeden Weinkenners höher schlagen lässt.
Sehr alt die Siedlung, die auf der Spitze des wuchtigen Urlayfelsens, dem Burgbergkopf, unter Bäumen dahindämmert.
Ein keltisches Wehrdorf, das aus dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert stammt, und immerhin eine Fläche von etwa zwei Hektar umfasste.

Mit dem Sieg Cäsars im Jahre 52 v. Chr. wurden die keltisch-gallischen Stämme endgültig niedergeworfen und Gallien, eines der reichsten Gebiete im Westen Europas, dem römischen Reich einverleibt.
Fortan wurde der Ort Ürzig als Ursiacum bezeichnet, was als Hof des Ursus gedeutet wird. Es wird vermutet, das der Ort wegen seiner günstigen Lage, und der an dieser Stelle geringen Flusstiefe der Mosel, an der Querverbindungsstraße zwischen den beiden großen römischen Heerstraßen, die über Eifel und Hunsrück führten, als Verkehrsknotenpunkt nicht unbedeutend war. Darauf lässt auch ein im Distrikt "Ratsel" freigelegtes und nach der Vermessung wieder zugeschüttetes römische Bauwerk, wahrscheinlich ein Rathaus, schließen.
Ob die Römer die Reben an die Mosel brachten oder ob der hier ansässige keltische Stamm der Treverer bereits die Wildreben kannten, was anzunehmen ist, lässt sich nicht genau sagen. Dass der Weinbau aber durch die Römer veredelt und einen enormen Aufschwung genommen hat, steht fest. Davon zeugen die vielen Keltenanlagen und Weinbaugeräte, die in unserem Raum gefunden wurden.

Um 450 nach Chr. wurden die Römer von den Franken abgelöst, die als "Moselfranken" bezeichnet wurden. Unsere Heimatsprache ist auch heute noch "moselfränkisch".

Mit der Frankenzeit bekommt Ürzig die erste urkundliche Erwähnung. Im April 732 schenkte Adela, Abtissin des Klosters Pfalzel bei Trier, ihren gesamten Besitz zu Ursicum ihrem Kloster. Einige Historiker zählen Ürzig zu dem fränkischen Königsgut, dem so genannten "Kröver Reich". Immerhin zeigt das alte Ürziger Wappen den doppelköpfigen Reichsadler zu Füßen des hl. Maternus, des Ortspatron. Wenn dem so ist, kann man getrost sagen, dass Ürzig sich aber bereits sehr früh aus diesem Verbund, der mehrere Dörfer umfasste, gelöst hat. Viele Rechte und Freiheiten aus dieser Zeit haben sich die Ürziger bis ins18. Jahrhundert bewahrt. So das freie Jagdrecht und die eigene Gerichtsbarkeit. Daher verwundert es auch nicht, dass der Amtmann des Trierer Kurfürsten über die Ürziger schrieb:
"Die dasigen Einwohner sind sehr arbeitsam aber auch frech und halsstarrig"

Im 30-jähringen Krieg blieb auch Ürzig nicht verschont und wurde von Kriegshorden geplündert und gebranndschatzt.

Des hervorragenden Weines wegen hatten Klöster und Adel hier in Ürzig großen Weinbesitz. Insbesondere die Abteien Himmerod, Springiersbach und St. Maximin in Trier. Sogar Klöster aus Lüttich, Kerpen, Köln und vielen anderen hatten sich hier, trotz weiter Entfernung, Weinberge angegangen. Unter Napoleon wurde der Klosterbesitz veräußert bis auf das Weingut des Priesterseminars, das heute noch besteht.

Das Weinbergsarreal der Gemeinde hat sich, im Gegensatz zu den Nachbarorten, seit dieser Zeit nur unwesentlich vergrößert.
Die Weinbergsfläche der Gemarkung Ürzig beträgt heute nur 60ha; Die über 98% mit der Königin der Reben, dem Riesling bestockt sind. Aber die Ürziger Weingüter hatten seit jeher große Weinbergsbesitzungen in den Nachbargemeinden Erden und Rachtig.

Drei Rittergeschlechter werden in Ürzig erwähnt. Die von Urcecha, von der Leyen und deren Orley. Im Ort selbst hat die Burg der Urcecha gestanden und wird in einem Visitationsprotokoll aus dem Jahre 1620 noch aufgeführt. Das Geschlecht selbst muss aber schon sehr früh ausgestorben sein, denn es wird seit dem hohen Mittelalter nicht mehr erwähnt.
Die Burgern der von der Leyen und deren von Orley befanden sich in den Felsen der Urlay. Aus diese beiden Geschlechter haben im späten Mittelalter ihre Behausungen aufgegeben. Jedenfalls traten sie in Ürzig nicht mehr in Erscheinung.

Zeitweilig hatte sich auch ein Raubritter, Wirich v. Daun, in einem der Felsennester sesshaft gemacht und fröhnte seinem nicht gerade standesgemäßen Handwerk nach, indem er die Schiffe und Fuhrwerke der Handelsleute beraubte. Doch schon bald hat der Trierer Erzbischof Arnold diesem schändlichen Treiben ein Ende bereitet. Er ließ die Burg erstürmen und zerstören. Wirich entkam, und die Besatzung wurde in Gefangenschaft geführt. Die Burg wurde nicht wieder aufgebaut und fortan fristete ein Einsiedler in der Ruine sein Dasein. Leider ist von den Burgen nichts weiter mehr zu sehen, als ein sehr altes an den Fels "geklebtes" Gemäuer, wahrscheinlich ein alter Wachturm, der heute mit der Sonnenuhr geschmückt ist.

Die Ürziger Sonnenuhr mit ihrem einzigartigen Felspanorama gilt als die älteste Sonnenuhr im Moseltal.

Dieser Urlayfelsen ist im 11. Jahrhundert mit einer politischen Untat ins Licht der Geschichte gerückt. Erzbischof Eberhard von Trier war unter mysteriösen Umständen gestorben.
Klerus und Adel der Stadt wollten nach damaligen Recht einen Nachfolger wählen. Doch Kaiser Heinrich IV. hatte auf Vorschlag des Kölner Erzbischofs Anno dessen Neffen, den Domprobst vom Köln, Kino v. Pfullingen zum Nachfolger bestimmt..
Die Trierer darüber erbost, schickten dem Reisezug ihren Vogt Theoderich entgegen, der ihn am 18.05.1066 bei Bitburg überfiel.
Theoderich schleppte den gefangenen Kuno nach Ürzig, wo er erst einmal eingekerkert wurde. Am 01.06.1066 ließ er ihn von seinen Kriegsknechten vom Urlayfelsen hinabstoßen.
Nach der Überlieferung überstand er diesen Sturz unversehrt, so dass man es noch zweimal wiederholte, und da er auch das überlebte, ihn mit Schwer enthauptete. Später wurde sein Leichnam nach Tholey im Saarland überführt, wo sich zahlreiche Wunder an seinem Grab ereigneten und er heilig gesprochen wurde. Theodorich wurde verbannt und soll während eines Sturmes bei der Überfahrt zu einem Kreuzweg ins Hl. Land ertrunken sein.

Im Jahre 873 wird bereits eine Kirche in Ürzig erwähnt. Die heutige Kirche, 1866 erbaut unter Einbeziehung des alten Turmes, der aus dem 13. - 14. Jahrhundert stammt. Die Glocken sich aus den Jahren 1452, 1467 und 1494. Schutzpatron der Kirche und des Ortes ist der hl. Maternus, der mit seinen Gefährten Eucharius und Valerius schon sehr früh das Christentum hierher brachte und später Bischof von Köln, Trier und Tongern war. Ein altes Schöffensiegel aus dem 15. Jahrhundert zeigt ihn deshalb auch mit drei Kirchen.

Viele Fachwerkhäuser und stattliche Weinhöfe des 16. und 19. Jahrhunderts, die man im Ort sehen kann, zeugen von klösterlichem und adligem Besitz und von einstigem Wohlstand und Winzerstolz.

Berühmte Ürziger:

Christian Dieden
- Bürgermeister von Ürzig
- Mitglied der Zentrums- Partei Abgeordneter des Preußischen Abgeordnetenhauses
- Mitglied im Deutschen Reichstag
- Alterspräsident

Dr.Dr. Karl Christoffel
- Mitbegründer der C.D.U. im Kreis Wittlich
- Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Kulturpolitischen Ausschusses
- 1. Kreisdeputierter des Kreises Wittlich
- Mitglied der Cusanus-Gesellschaft
- Mitbegründer der Weinbruderschaft “Mosel-Saar-Ruwer”
- Großen Bundesverdienstkreuz
- Deutschen Weinkulturpreis
- Freiherr-von-Stein Plakette
- Johann-Christian-Eberle Medaille
- Ehrenbürger von Ürzig

Edmund Conen
- Mitgründer des SV Ürzig
- Spieler beim 1. FC Saarbrücken
- 28 A-Länderspiele
- Torschützenrekord von 3 Toren im 1. WM-Spiel
- Trainer der Stuttgarter Kickers